www.paskow.de    
    < >  
   

Das geköpfte Huhn träumt vom Weizen

Monate des Schweigens,
jahreszeitenlang.
Gefroren, abgeschaltet, tief verborgen
unter vergangenen Phantasmen -
dunkles Grollen.
An der Oberfläche blubbert zärtlich
junges, frisches Glück,
unangreifbar, unantastbar, unverwundbar schön.

Doch dann...

Ein fremder Blick. Eine verborgene Geste. Ein seltenes Wort.
Die Kruste bricht.
Ein Tautropfen zischt auf kalter Haut.
Fingerkuppen wandern, tasten, verbrennen
an scharfen Gedanken, ziehen sich zurück,
verkrampfen herzhaft ineinander.

Eingeschnürt in den Cocon unangreifbarer Moral,
sind es nur die Augenblicke, die sich regen.
Sie folgen dem kühlen Schauer, abwärts
in die feuchte Erde.
Wo nackte Schnecken sich die Fühler lecken
und ihre Spuren ziehen,
lautlos.